Hygieneaufgaben, speziell die Instrumentenaufbereitung, können schnell zum Zeitfresser in der Zahnarztpraxis werden. Doch wie könnt Ihr Euer Hygienemanagement so gestalten, das auch noch genügend Zeit für die Patienten bleibt?
1. Klar definierte Praxisstrukturen
Ohne eine feste Struktur sind auch keine effizienten Abläufe möglich. Jeder muss wissen, was er wie zu tun hat. Ein auf Eure Praxis abgestimmter Hygieneplan ist deshalb unerlässlich. Der sollte laut §23 IfSG „innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene“ enthalten und von allen Mitarbeitern befolgt werden. Zusätzlich sollten auch die Zuständigkeiten genau definiert sein. Angefangen bei der Ernennung einer Hygienebeauftragten bis hin zu den Verantwortlichkeiten im Steri-Raum.
Um Zeit bei der Instrumentenaufbereitung zu sparen, ist es darüber hinaus sinnvoll, einen festen Schichtplan zu erstellen. Am besten legt ihr sogar bestimmte Zeiten fest, in denen die Reinigungsprogramme zu laufen haben.
Die Arbeitsanweisungen zur Hygiene, speziell der Instrumentenaufbereitung, helfen Euch nicht nur, Prozesse zu standardisieren, sondern auch neue Mitarbeiter schneller einzuarbeiten.
2. Moderne, maschinelle Aufbereitung
Auch wenn vom Robert Koch-Institut (RKI) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) klar die maschinelle Aufbereitung von Instrumenten empfohlen wird, ist die manuelle Aufbereitung außer für Medizinprodukte der Risikogruppe Kritisch B noch immer erlaubt. Deshalb wird bei vielen Praxen im Steri-Raum auch noch echte „Handarbeit“ geleistet. Allerdings gibt es mehrere gute Gründe, auf ein (validiertes) maschinelles Verfahren umzustellen: Der Einsatz von modernen Reinigungs- und Desinfektionsgeräten (RDG), wie etwa einem DAC (Dentsply Sirona) oder einer Assistina (W&H), spart einerseits Zeit und ist andererseits rechtlich sicherer. Die vollautomatischen Programme übernehmen in einer festgelegten Zeit die komplette Innen- und Außenreinigung sowie ggf. die Ölpflege und Desinfektion. Quasi per Knopfdruck. Bis auf die Vorbereitung und die unverzichtbare abschließende Sichtkontrolle, nimmt Euch das Gerät also viel Arbeit ab. Während das Programm läuft, könnt Ihr Euch um andere Aufgaben kümmern. Die maschinelle Reinigung und Desinfektion ermöglicht zudem einen standardisierten Prozess und minimiert damit mögliche Fehler bei der Aufbereitung.
Ein weiterer Vorteil ist die technische Anbindung dieser Geräte – sowohl von RDG als auch von Sterilisatoren – an die Praxissoftware. Die Aufbereitungsprozesse werden digital dokumentiert und teilweise sogar automatisch übertragen. Ihr müsst nicht mehr händisch Protokolle anfertigen und spart Euch die „Zettelwirtschaft“. Darüber freut sich garantiert auch jeder Praxisbegeher!
Mit der Verwendung der Geräte könnt Ihr darüber hinaus auch teilweise eine Menge an Reinigungschemikalien einsparen, weil die RDG immer mit einer genau abgestimmten Dosierung arbeiten.
3. Lagerbestände im Blick haben
Ein gutes Praxishygienemanagement ist auch an die Warenwirtschaft gekoppelt. Egal, ob Ersatzteile oder Reinigungsmittel – irgendwas fehlt immer. Das könnt Ihr vermeiden, indem Ihr Euch regelmäßig mit der Materialverantwortlichen in Eurer Praxis austauscht. Wenn die Kollegin früh genug Bescheid weiß, was im Lager zur Neige geht, kann sie rechtzeitig für Nachschub sorgen. Ihr profitiert wiederum von weniger Verzögerungen. Eine bessere Planung bedeutet auch eine Kostenersparnis, weil Einkäufe und Lieferungen gebündelt vorbereitet werden können – besonders bequem geht die Materialbestellung online über ein Vergleichsportal. Die zurück geschenkte Zeit kommt Euch, dem gesamten Team, im oftmals trubeligen Praxisalltag zugute.
Auch bei der Einlagerung aufbereiteter Instrumente können Euch kleine Helferlein viel Arbeit abnehmen. Viele Systeme erlauben einen Druck von Barcode-Etiketten, deren Daten mit einem Scanner bei der Verwendung direkt in die Patientenverwaltung übertragen werden können, und so die Rückverfolgbarkeit vereinfachen.
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