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Dentale Lieferengpässe durch Ukraine-Krise?

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Deutsche Dentalindustrie bleibt trotz weltweiter Krisen stabil

Dentale Lieferengpässe durch Ukraine-Krise?

Pandemie und der Ukraine-Russland-Konflikt sorgen weltweit für eine angespannte Situation. Noch ist die deutsche Dentalindustrie nicht von Lieferengpässen betroffen.

Copyright © barks/stock.adobe.com; effge images/stock.adobe.com

Die Welt befindet sich aktuell ständig im Krisenmodus: Zuerst die Corona-Pandemie, nun kommt der schreckliche Krieg in der Ukraine hinzu. Das hat weltweit auch Auswirkungen auf die Industrie, manchmal sind Produkte nicht lieferbar. Aber wie sieht es in der deutschen Dentalbranche aus, welche Auswirkungen spürt man hier? Wir haben uns für Euch umgehört und eine gute Nachricht: Die deutsche Dentalindustrie ist stabil, Lieferengpässe durch die Ukraine-Krise nicht zu befürchten.

Unsere erste Anfrage richteten wir an Mark Stephen Pace, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Deutschen Dental-Industrie (VDDI). Ihm fiel es schwer aufgrund der großen Bandbreite und Unterschiedlichkeit der Produktportfolios, Wertschöpfungsketten sowie Betriebsgrößen innerhalb des Verbandes, allgemeine Aussagen für die Dentalindustrie zu treffen. „Insofern möchte ich davon absehen, allgemeine Einschätzungen verbandsübergreifend für die gesamte deutsche Dentalindustrie abzugeben“, sagte Pace.

Allerdings ist er gleichzeitig auch CEO von Dentaurum, einem familiengeführten Traditionsunternehmen. In dieser Funktion hatte Pace doch einige Details zur aktuellen Situation. Aus unternehmerischer Sicht würden die aktuellen, schrecklichen Ereignisse in der Ukraine Dentaurum vor viele und große Herausforderungen stellen. Als Beispiel nannte er etwa die seit Kriegsbeginn sehr stark gestiegenen Rohstoffpreise – die Materialien für Dentalprodukte seien da keine Ausnahme. „Gerade bei Aluminium und Kobalt erleben wir geradezu eine Preisexplosion.“

Lieferfähigkeit gesichert

Die aktuelle Versorgungssicherheit der Zahnarztpraxen in Deutschland sieht Pace allerdings als stabil an. „Die Lieferfähigkeit unseres Unternehmens ist langfristig gesichert, das dürfte auch für die überwiegende Mehrheit der Dentalindustrie in Deutschland gelten“, betonte Pace. Stark beeinträchtigt seien allerdings die Exportmöglichkeiten, da beispielsweise der Luftweg über Russland nach Asien momentan nicht möglich sei.

Bei Dentsply Sirona sieht man sich mit den gleichen Herausforderungen an den Beschaffungsmärkten und in den globalen Lieferketten konfrontiert. Dadurch komme es zu einer erheblichen Verknappung des Angebots an Primärprodukten und Rohstoffen beziehungsweise zu teilweise erheblichen Preissteigerungen, erklärt Marion Par-Weixlberger, Vice President Corporate Communications and Public Relation bei Dentsply Sirona. Trotz dieser Lage hält das Unternehmen derzeit alle gegenüber Kunden zugesagten Liefertermine ein. „Bei einzelnen Produkten passen wir die allgemeinen Lieferzeiten an das aktuelle Umfeld an. Bei Produkt-Neueinführungen beziehen wir die Lage am Beschaffungsmarkt von Anfang an in die Planungen ein“, sagt Par-Weixelberger.

Ein ähnliches Bild gibt es bei W&H, dem Vollsortiments-Anbieter aus dem österreichischen Bürmoos, die in Italien und Österreich produzieren. „Die entsprechenden Zukaufteile beschaffen wir vorrangig regional. Das erleichtert für W&H die Situation durchaus“, sagt Roland Gruber, Leiter Marketing und Vertrieb bei W&H. Natürlich seien auch die Zulieferketten von W&H von den weltweiten Engpässen betroffen. Allerdings habe man bei W&H vor mehr als 20 Jahren die Einstück-Fertigung eingeführt. Dadurch sei die Produktion nicht von großen Zulieferlosgrößen abhängig. „Generell können wir daher alle unsere Produkte liefern, wenngleich es vereinzelt zu Lieferverzögerungen kommen kann“, so Gruber. Auch Produkteinführungen wurden bei W&H nicht verschoben. Im Gegenteil. „Im Herbst 2022 wird es wieder spannend, die neuen Produkte sind schon fast fertig und werden ab September auf den Messen und Online präsentiert“, verrät Gruber.

Weiterhin neue Produkte

Philips beispielsweise musste aufgrund der vergangenen Herausforderungen globaler Lieferengpässe keine Produkt-Launches verschieben. Auch die Planungen dieser werden dadurch nicht beeinflusst. Bei Procter & Gamble (Oral-B) hat man bei den Serviceleistungen für die Kunden in Deutschland, Österreich und Schweiz die Maßnahmen analog zum Vorgehen während der Pandemie aktiviert. Dabei habe man das Liefernetzwerk in Europa so organisiert, dass Procter & Gamble in der Lage sei, mögliche Produktionsengpässe zu kompensieren und weiterhin das gewohnt hohe Serviceniveau bieten zu können.

Gerade im Rohstoff- und Mikrochipbereich merkt man bei mectron die Lieferengpässe, die zu Verzögerungen bei der Produktion führen können oder zu höheren Materialbeschaffungskosten. Laut Lars Drekopf von mectron könnte dies auch bei einzelnen Produkten durchaus zu Lieferverzögerungen führen, die sich zukünftig auch in der Zahnarztpraxis bemerkbar machen könnten.

Nicht nur die Dentalindustrie, auch der Dentalhandel merkt die weltweiten Veränderungen durch die aktuellen Krisen. Henry Schein Dental nutze seine globale Reichweite und Lieferketten-Expertise, um Produkte zu beziehen und zuverlässig an seine Kunden zu liefern. „Wir arbeiten mit unserem globalen Lieferantennetzwerk unermüdlich daran, Beeinträchtigungen zu minimieren“, sagt Stanley M. Bergman, Chairman of the Board und Chief Executive Officer bei Henry Schein Dental. Sollte es bei einzelnen Produkten zu Lieferengpässen kommen, würde der Händler alles daran setzen, um ausreichende Mengen alternativer Produkte sicherzustellen. „Sollte sich die Situation drastisch ändern, werden wir die Kunden selbstverständlich darüber informieren.“



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