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Anwendungsfehler bei Ultraschallspitzen

Anwendungsfehler bei Ultraschallspitzen

Ultraschallspitzen sind ein fester Bestandteil in jeder Zahnarztpraxis. Passen sie jedoch nicht zum Gerät, sind Schäden an den Handstücken häufig vorprogrammiert.

Ultraschallspitzen sind aus dem Repertoire einer Zahnarztpraxis nicht mehr wegzudenken. Sie erlauben eine einfache Anwendung und eine besonders gründliche Reinigung. Sobald die alten Aufsätze ausgedient haben, können einfach neue gekauft werden. Ein Blick auf das Logo am Handstück genügt meist, um den passenden Aufsatz zu finden. Was aber, wenn das Herstellerlogo aufgrund der regelmäßigen Reinigung nicht mehr sichtbar ist? In diesem Fall ist es häufig nicht auf Anhieb möglich, eine entsprechende Spitze zu kaufen. Das Angebot ist nahezu unüberschaubar, weil es zahlreiche Hersteller für den deutschen und europäischen Markt gibt. Ein zweites Problem, das häufig in Verbindung mit Ultraschallspitzen auftritt, sind Anwendungsfehler. Wird ein Aufsatz, der nicht zum Handstück passt, ohne vorherige Kontrolle mit einem Drehmomentschlüssel auf das Gewinde gedreht, kann das Handstück auf Dauer beschädigt werden. Auch wird den Herstellerangaben oft zu wenig Beachtung geschenkt, was sich wiederum auf die Leistung und Lebensdauer von Ultraschallspitzen auswirken kann.
Aufsatz und Handstück müssen zueinander passen
Klingt zunächst einfach, es ist jedoch nicht immer leicht, sich im Dschungel der Anbieter zurechtzufinden – vor allem, wenn der eigene Handstückhersteller selbst keine Ultraschallspitzen liefert. Oft müssen die Aufsätze von anderen Anbietern für das Handstück verwendet werden, die jedoch nicht immer passen. Im Zweifelsfall können die Herstellerangaben Auskunft darüber geben, welche Spitzen verwendet werden dürfen. Ist der Anbieter nicht mehr bekannt, weil das Herstellerlogo auf dem Gerät längst abgenutzt ist, können auch kompatible Ultraschallspitzen eine Alternative sein.
Niemals Gewalt anwenden
Scheint die passende Ultraschallspitze gefunden, wird sie oftmals ohne vorherige Überprüfung mit einem Drehmomentschlüssel auf das Handstück gedreht, selbst wenn dazu ein gewisser Kraftaufwand erforderlich ist. Bei fehlender Kompatibilität ist ein Schaden am Handstück oft unvermeidbar. Scheinbar sitzt die Spitze dann richtig, arbeitet aber nicht mit der perfekten Schwingung und die Reinigungsleistung ist mäßig. Deshalb gilt: Das Gewinde der Ultraschallspitze muss immer zum jeweiligen Handstück passen. Manche Gewinde sehen auf Anhieb oft sehr ähnlich aus, obwohl sie unterschiedlich sind. Hier begehen viele den Fehler, den Aufsatz direkt mit dem Drehmomentschlüssel zu befestigen, wodurch das Gewinde beschädigt werden kann. Oft lassen sich derartige Fehler vermeiden, wenn der Aufsatz zuerst vorsichtig mit der Hand auf das Handstück gedreht wird. Mit etwas Fingerspitzengefühl merkt man schnell, ob das Gewinde passt oder nicht. Sogenannte Gewindetester können diesbezüglich äußerst hilfreich sein. Die Gebrauchsanweisung wird leider nur selten gelesen – vor allem, wenn die Aufsätze zur täglichen Arbeit gehören. Gerade wenn es um den richtigen Gebrauch von Ultraschallspitzen geht, sollte die Gebrauchsanweisung unbedingt gelesen werden, um einem vorzeitigen Verschleiß infolge einer falschen Anwendung vorzubeugen. Grundsätzlich gilt: Die Spitze darf weder zu locker, noch zu fest sitzen. Ist der richtige Aufsatz für das jeweilige Gerät gefunden, sollte er unbedingt mit einem Drehmomentschlüssel festgezogen werden. Dieser wird von vielen Herstellern mitgeliefert. Dadurch können ein fester Sitz und eine optimale Funktion der Spitze gewährleistet werden.
Verschleiß im Auge behalten
Ein Blick allein reicht oft nicht aus, um den Verschleiß einer Ultraschallspitze genau beziffern zu können. Optisch sieht der Aufsatz vielleicht noch gut aus, jedoch kann die Spitze bei genauerer Überprüfung abgenutzt sein. Dies kann wiederum die Ultraschallleistung mindern. Schon bei einer Abnutzung von einem Millimeter gehen 25 Prozent der Leistung verloren. Bei zwei Millimetern sind es sogar 50 Prozent. Ob die Verschleißgrenze tatsächlich erreicht ist, kann mithilfe einer Verschleißkarte ermittelt werden. Sie zeigt die Abnutzung des Aufsatzes millimetergenau an.
Fazit
Ultraschallspitzen müssen immer zum Handstück passen. Beim Kauf einer Ultraschallspitze ist das Gewinde entscheidend: Es muss unbedingt zum Handstück passen, um eine reibungslose Funktion und eine lange Haltbarkeit zu garantieren. Ein bloßes Aufschrauben ohne vorherige Überprüfung ist in jedem Fall zu vermeiden, um das Handstück nicht zu beschädigen. Vielmehr sollte die Spitze bei der ersten Anwendung von Hand aufgeschraubt werden, um einen korrekten Sitz zu gewährleisten. Danach kann mit dem Drehmomentschlüssel nachgezogen werden.

www.pixel.dental

Bild: Autor Daniel Felsing, CEO PIXEL.dental, ist Medizinprodukteberater nach §83 MPDG



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