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Erst Fachveranstaltung, mittlerweile ein Aktionstag

25 Jahre Tag der Zahngesundheit

Prof. Dr. Johannes Einwag/ZFZ Stuttgart, Prof. Dr. Dietmar Oesterreich/BZÄK, Dr. Prümel-Philippsen/BVPG/Aktionskreis TdZ, Johann-Magnis v. Stackelberg/GKV-Spitzenverband, Dr. Matthias Lehr/VfZ) (v.r.) © VfZ/Pietschmann

Einen Bogen von den Anfängen des Tages der Zahngesundheit über Erreichtes bis hin zu zukünftigen Aufgaben und Herausforderungen spannten die Referenten im Rahmen der Pressekonferenz am 25. September 2015 in Berlin – auf den Tag genau 25 Jahre nach der Auftaktveranstaltung am 25. September 1991 in Bonn-Bad Godesberg.

Die Ziele des Tags der Zahngesundheit sind die gleichen wie zu Beginn vor 25 Jahren. „Die Einrichtung eines jährlich wiederkehrenden Tages der Zahngesundheit dient dem Ziel, die Bürger der Bundesrepublik Deutschland auf die Bedeutung eines gesunden Kauorgans hinzuweisen und zu entsprechenden Verhaltensweisen anzuregen“, zitierte Dr. Uwe Prümel-Philippsen, Leiter des Aktionskreises, aus der damaligen Festschrift.

Um dies zu erreichen, öffnete sich der Tag der Zahngesundheit von einer anfänglich reinen Fachveranstaltung hin zu einem Aktionstag für die Öffentlichkeit und vermittelt seither auch der Bevölkerung direkt Empfehlungen zur Mundgesundheit.

Von Reparatur zur Prävention

„Vor 25 Jahren waren Gesundheitssystem und zahnmedizinische Versorgung vornehmlich auf Reparatur ausgerichtet, Prophylaxe spielte kaum eine Rolle“, sagte Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Erst Ende der 80er-Jahre habe der Paradigmenwechsel hin zu einer präventionsorientierten Sichtweise stattgefunden.

Zu künftigen Herausforderungen gehöre die bessere mundgesundheitliche Betreuung von Pflegebedürftigen, Hochbetagten und Menschen mit Behinderung – aber auch die Vorbeugung von Zahnschäden bei kleinen Kindern unter drei Jahren sowie die Bekämpfung der Parodontitis. Aber es gibt auch akute gesellschaftliche Aufgaben, die zu raschen Lösungen zwingen. Oesterreich: „Deutschland als Zuwanderungsland hat sich selbstverständlich auch der zahnmedizinischen Versorgung von Flüchtlingen und Asylbewerbern anzunehmen.“

Kinder unter sechs Jahren in den Mittelpunkt stellen

Johann-Magnus v. Stackelberg lenkte den Fokus auf die Kinder bis sechs Jahren. Die Angebote würden gut angenommen, kämen aber nicht allen Kindern zugute: Nur ein Drittel der unter 6-Jährigen nutze die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen im Rahmen der Individualprophylaxe.

Zwar stünde heute rein rechnerisch für jedes Kind deutlich mehr Geld für Prophylaxe zur Verfügung als noch vor zehn Jahren, die Inanspruchnahme sei allerdings nach wie vor zu niedrig: „Auch heute noch sprechen deshalb gute Gründe dafür“, so v. Stackelberg, „gerade die Kinder unter sechs Jahren am Tag der Zahngesundheit in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen.“

Den Entwicklungen rund um die Mundgesundheitsförderung im zurückliegenden Vierteljahrhundert widmete sich Prof. Dr. Johannes Einwag, Zahnmedizinisches FortbildungsZentrum Stuttgart: „Die zentrale Strategie hat sich – aufgrund erwiesener Wirksamkeit ­– in den vergangenen 25 Jahren nicht wirklich geändert: Die regelmäßige mechanische Entfernung von Zahnbelägen durch häusliche und professionelle Maßnahmen steht nach wie vor im Mittelpunkt!“



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