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Durch Therapiehund weniger Angst vorm Zahnarzt

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Kinder in der Praxis

Durch Therapiehund weniger Angst vorm Zahnarzt

Die Ängst der Kinder nahmen in Anwesenheit eines Therapiehundes während und nach der Behandlung deutlich ab.

Copyright © Nichizhenova Elena - stock.adobe.com

Kinder können nicht unbedingt die einfachsten Patienten in einer Zahnarztpraxis sein. Viele von ihnen fürchten sich vor dem Zahnarzt oder der Behandlung, was die Situation erschwert. Eine indische Studie untersuchte, ob ein Therapiehund bei Kindern die Angst vorm Zahnarzt senken kann.

Therapiehunde sind speziell ausgebildet und werden gezielt in tiergestützten medizinischen Behandlungen eingesetzt, beispielsweise bei einer Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Sprach-Sprechtherapie oder Heilpädagogik. Möglich ist ein Therapiehund aber auch beim Zahnarzt, um die Angst der Patienten vor der Behandlung zu verringern.

Der Grad der Angst

Für ihre Studie untersuchten die indischen Wissenschaftler insgesamt 100 Kinder im alter von fünf bis zehn Jahren bei einer Zahnarztbehandlung. Bei den Behandlungen handelte es sich um solche ohne Lokalanästhesie wie Fissurenversiegelungen, kleine Füllungen, Abdrucknahmen oder Kontrollen. Die Forscher wollten herausfinden, inwieweit sich die Angst der Kinder vor der Behandlung verringert, wenn ein Therapiehund anwesend ist.

Vor Behandlungsbeginn stellten die Forscher mittels kurzer Fragen den Grad der Zahnarztangst der Kinder fest. Auf einer Skala, ergänzt durch Emojis zur besseren Visualisierung, bedeutete dabei eins “keine Angst” und fünf “extreme Angst”.

Therapiehund senkt die Angst vorm Zahnarzt enorm

Die Kinder wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe bekam eine normale Behandlung, in der anderen Gruppe war ein Therapiehund anwesend. Hier durften die Kinder vor der Behandlung mit dem Hund spielen und kuscheln. Während der Behandlung konnten sie ihn ebenso berühren oder streicheln. Die Forscher maßen vor, während und nach der Behandlung den Puls der Kinder, nach der Behandlung füllten sie nochmal die Angstbewertungsskala aus.

Die spannenden Ergebnisse: Vor der Behandlung wiesen beide Gruppen ähnliche Angst-Werte auf, auch die Pulsrate war vergleichbar. Doch die Gruppe, die von einem Therapiehund während der Behandlung durch den Zahnarzt begleitet wurde, hatte eine signifikant niedrigere Pulsrate. Genau sanken die Werte bei der Angstbewertungsskala im Vergleich zur Kontrollgruppe. Fast alle Eltern (96 Prozent) gaben an, dass sich der Therapiehund positiv auf ihr Kind ausgewirkt habe. Für künftige Behandlungen wünschen sich deshalb viele wieder die Anwesenheit des Tieres.

Ein großer Nachteil

Die Hunde dieser Studie waren zertifizierte Therapiehunde, die negative Emotionen wahrnehmen können und daraufhin mit ängstlichen Menschen interagieren. Die Anwesenheit des Hundes wirkte beruhigend auf die Kinder und führte zu einer messbaren Reduktion der Pulsrate, die als objektiver Indikator für Stress betrachtet werden kann.

Bei diesen positiven Aspekten muss man jedoch auch bedenken, dass ein Hund in der Praxis auch Pflege braucht und die Hygienemaßnahmen einen enormen Zusatzaufwand bedeuten.

Literatur: Thakkar, T.K., Naik, S.N. & Dixit, U.B. Assessment of dental anxiety in children between 5 and 10 years of age in the presence of a therapy dog: a randomized controlled clinical study. Eur Arch Paediatr Dent 22, 459–467 (2021). doi.org/10.1007/s40368-020-00583-1



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