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Kinder sollten unbedingt Sportmundschutz tragen

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Frontzahntraumata vermeiden

Kinder sollten unbedingt Sportmundschutz tragen

Träger fester Zahnspangen haben durch die Brackets, Bänder und Bögen ein höheres Risiko, zusätzlich zu Zahnverletzungen sogenannte Stanzverletzungen der Weichteile des Mundes zu erleiden.

Copyright © ruslan_shramko - stock.adobe.com

Ein sogenanntes Frontzahntrauma ist schwierig zu behandeln und kann Langzeitschäden als Folge mit sich ziehen. Eltern sportlich aktiver Kinder sollten daher einen Sportmundschutz für ihre Sprösslinge in Betracht ziehen. Das rät Prof. Dr. Till Köhne, Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL).

„Zahnfrakturen durch Sportunfälle sind ein ernstes Problem. Besonders wenn es Kinder und Jugendliche betrifft. Deren Frontzähne spielen ja auch eine wichtige psychologische Rolle. Beispielsweise haben Studien gezeigt, dass Kinder mit Frontzahnlücken aggressiver wirken und sogar schulisch als schwächer eingeschätzt werden. Deshalb empfehle ich einen individuellen Sportmundschutz”, erklärt Prof. Köhne, Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Nicht alle Sportarten machen so einen Zahnschutz nötig, für Tennis, Kegeln oder Dart ist er nicht sinnvoll, ganz anders jedoch bei Boxen, Hockey und Handball. Bekommt ein Kind beim Basketball den Ellenbogen eines anderen Spielers ins Gesicht, kann das üble Folgen haben. Und selbst Geräteturner sind vorm Absturz nicht gefeit. Deshalb empfiehlt Köhne einen Sportmundschutz für alle Sportarten mit Sturzgefahr, Körperkontakt und Schlägern. Denn diese bieten ein höheres Verletzungsrisiko für Zähne und Kiefer.

Schutzausrüstung in anderen Bereichen normal

Frontzahntraumata haben bei der Behandlung einen hohen Schwierigkeitsgrad, so Köhne. Probleme bereiten häufig die Langzeitschäden: „Manchmal sind die Zähne nicht mehr zu retten. Und man kann in so jungem Alter noch kein Implantat setzte, da die Kiefer noch im Wachstum sind. Wenn es nicht möglich ist, die Zähne mit einer Zahnspange zusammenzuschieben, müssen die Kinder oft viele Jahre eine Prothese tragen. Dass wünscht sich keine Mutter und kein Vater für sein Kind.”

Schutzausrüstung wie Helme für Radfahrer, Gelenkschützer für Inlineskater oder Schienbeinschützer für Fußballer sind heutzutage Standard. Sie schützen die Körperregionen mit besonders hohem Verletzungspotenzial. Aber der Mund mit Zähnen, Zahnfleisch und Zunge bleibt bei den meisten sportlichen Aktivitäten völlig ohne Schutz. Dabei würden Studien belegen, dass rund ein Drittel der Verletzungen von Mund und Gesicht beim Sport passieren, so Prof. Köhne. „Ein Sportmundschutz kann nicht nur Zahnverletzungen reduzieren oder gar verhindern, sondern schützt den ganzen Kopf. Denn durch Dämpfung und Verteilung der einwirkenden Kraft treten Kiefer- und Kiefergelenkbrüche sowie Gehirnerschütterungen viel seltener auf.”

Sportmundschutz besonders bei Zahnspangen

Einen Sportmundschutz bekommt man heutzutage ohne Gebissabdruck. „Dieser Abdruck war gerade für die kleineren Kinder nicht angenehm. Deshalb arbeiten wir mit einem 3D-Scan, so dass digital und abdruckfrei das Gebiss erfasst wird”, so Prof. Köhne. „An einem ausgedruckten 3D-Modell kann dann ein exakt angepasster Mundschutz angefertigt werden. Unser Anspruch dabei ist: Der Sportmundschutz muss angenehm zu tragen sein, dabei aber fest sitzen, man muss damit reden können und er sollte auch nett aussehen.” Ein derartiger individueller Schutz kostet etwa 150 Euro. In den meisten Fällen – die obere Zahnreihe steht meist vor der unteren – besteht er aus einer Schiene für den Oberkiefer, die aber auch den Unterkiefer schützt. Wenn die untere Zahnreihe vor der oberen steht, muss der Mundschutz im Unterkiefer eingegliedert werden. Das Material wird je nach Sportart ausgewählt. Die Farbe können sich die zukünftigen Träger aussuchen.

Kinder mit festen Zahnspangen haben nochmal einen besonderen Stellenwert. „Diese Patienten brauchen erst recht einen Sportmundschutz”, so Prof. Köhne. „Denn sie haben durch die Brackets, Bänder und Bögen ein höheres Risiko, zusätzlich zu Zahnverletzungen sogenannte Stanzverletzungen der Weichteile des Mundes zu erleiden. Beim Anfertigen des Zahnschutzes werden vom Fachexperten Aussparungen geplant, damit Platz für Zahnstellungsänderungen vorhanden ist. So kann auch für die Patienten mit festen Zahnspangen sowohl die nötige Schutzwirkung als auch ein komfortables Tragen gewährleistet werden.” Das gleiche gelte übrigens auch für Kinder im Zahnwechsel. Auch hier sollte der Mundschutz so hergestellt werden, dass genügend Platz für die durchbrechenden Zähne gelassen werde: „So ein individuell hergestellter Mundschutz kann dann von den Kindern viele Jahre getragen werden.”

Quelle: UKL



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