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Der Trend auf dem Prüfstand

Mouth Taping: Hype oder Humbug?

Mit Klebeband auf dem Mund bist Du gewungen, durch die Nase zu atmen – und das hat einige Vorteile.

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Ganz leicht über Nacht abnehmen nur mit etwas Klebeband? Der Trend „Mouth Taping“ behauptet, das funktioniert. Seit einiger Zeit kursiert er im Netz, und stößt bei vielen Leuten auf Begeisterung. Positive Auswirkungen soll Mouth Taping nicht nur auf das Gewicht, sondern auch auf die Zähne haben. Aber hilft es wirklich, sich nachts den Mund zuzukleben?

Einfach ins Bett gehen, einen Streifen Klebeband auf den Mund und schon wacht man am Morgen schlanker auf? Das verspricht zumindest der Trend Mouth Taping. Im ersten Moment klingt es einfach nur nach einem neuen merkwürdigen Abnehmtrend, aber beim genaueren Betrachten, scheint die Theorie hinter dem Hype nicht ganz so abwegig.

Mouth Taping für besseren Schlaf

Wer sich nachts den Mund zuklebst, ist gezwungen, durch die Nase zu atmen. Und diese Nasenatmung hat einige Vorteile gegenüber der Mundatmung: Sie reduziert nicht nur den Puls und die Adrenalinausschüttung, sondern erhöht auch die Sauerstoffsättigung im Blut. Auch Schnarchen und Atemaussetzer kann sie reduzieren.

Außerdem bietet das Atmen durch die Nase einen besseren Schutz vor Fremdpartikeln oder Krankheitserregern als das Atmen durch den Mund. Eine langsame und kontrollierte Nasenatmung wirkt sich auch auf das Stressgefühl aus. Es reduziert Angst – sowohl tagsüber als auch nachts.

In den Nasennebenhöhlen werden bei der Nasenatmung Stickoxide produziert. Sie sorgen durch das Weiten der Blutgefäße für eine Regulierung des Blutdrucks und verbessern die Schlafqualität. Und ein gesunder Schlaf hat bekanntermaßen Einfluss auf unseren Körper. Er fördert Ausdauer und Kraft und kann sich auch positiv auf den Gewichtsverlust auswirken.

Geringeres Kariesrisiko durch Nasenatmung

Die Nasenatmung soll außerdem besser für die Zähne sein als die Mundatmung. Die Gründe: Wer mit offenem Mund schläft, den trifft einerseits häufiger Schlafapnoe oder Bruxismus. Außerdem trocknet der Mund schneller aus. Durch den fehlenden Speichel ist der Remineralisierungsprozess gestört. Es kommt zu einem Ungleichgewicht des oralen Mikrobioms und es kann Mundgeruch entstehen. Auch das Risiko für Karies ist signifikant erhöht, da der pH-Wert stark sinkt. Das ergab eine Studie, die im Journal of Oral Rehabilitation veröffentlicht wurde.

Trend mit Vorsicht genießen

Auch wenn Mouth Taping auf den ersten Blick nur Vorteile zu haben scheint, sollte man definitiv vorsichtig mit den Empfehlungen umgehen, solange keine weiterführenden wissenschaftlichen Untersuchungen dazu vorliegen. Denn zum Beispiel bei verstopften Nasennebenhöhlen, Allergien oder verengten Atemwegen das Mouth Taping gefährlich werden. Wenn, dann sollte auch ausschließlich speziell dafür konzipierten Tape verwendet werden. Normales Klebeband aus dem Supermarkt oder Baumarkt ist keinesfalls zu empfehlen!

Quelle: askthedentist, SeegartenKlinik Heidelberg



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