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So hängen Parodontitis und Bluthochdruck zusammen

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Ältere Frauen betroffen

So hängen Parodontitis und Bluthochdruck zusammen

Die Forscher konnten Bakterien identifizieren, die das Risiko von Bluthochdruck erhöhen.

Copyright © Microgen - stock.adobe.com

Gesunde Zähne, gesunder Körper – für die Allgemeingesundheit spielt bekanntermaßen die Zahngesundheit eine große Rolle. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass Menschen mit einer Parodontitis oftmals unter Bluthochdruck leiden, betroffen sind besonders ältere Frauen. Schuld könnten bestimmte Bakterien sein.

Als erhöhter Blutdruck gelten typischerweise Werte höher als 130mm Hg (systolisch) und höher als 80mm Hg (diastolisch). Während frühere Untersuchungen darauf hinwiesen, dass bei Menschen mit bestehender Parodontitis der Blutdruck im Vergleich zu denen ohne Parodontitis tendenziell höher ist, glauben die amerikanischen Forscher der University at Buffalo, dass diese Studie die erste ist, die prospektiv den Zusammenhang zwischen oralen Bakterien und der Entwicklung von Bluthochdruck untersucht.

Prävention durch gezielte Mundhygiene

„Da Parodontitis und Bluthochdruck bei älteren Erwachsenen besonders weit verbreitet sind, könnte sich, wenn ein Zusammenhang zwischen oralen Bakterien und dem Risiko für Bluthochdruck hergestellt werden könnte, eine Möglichkeit ergeben, die Prävention von Bluthochdruck durch verstärkte, gezielte Mundpflege zu verbessern“, sagt Michael J. LaMonte, einer der leitenden Autoren der Studie und Forschungsprofessor in der Abteilung für Epidemiologie und Umweltgesundheit, Fakultät für öffentliche Gesundheit und Gesundheitsberufe.

Die Forscher werteten Daten von 1.215 postmenopausalen Frauen (Durchschnittsalter 63 Jahre bei Aufnahme in die Studie zwischen 1997 und 2001) in der Buffalo Osteoporose and Parodontal Disease Study in Buffalo, New York, aus. Dabei zeichneten sie den Blutdruck auf und sammelten Plaque unterhalb des Zahnfleischrandes. Außerdem notierten die Forscher etwaige Medikamenteneinnahmen sowie die Kranken- und Lebensstilgeschichten.

Ältere Frauen besonders betroffen

Bei Aufnahme in die Studie hatten etwa 35 Prozent der Studienteilnehmer einen normalen Blutdruck: Messwerte unter 120/80 mm Hg, ohne Einnahme von Blutdruckmedikamenten. Fast 24 Prozent hatten erhöhten Blutdruck: Messwerte über 120/80 mm Hg ohne Medikamenteneinnahme. Etwa 40 Prozent galten als Patienten mit vorherrschender behandelter Hypertonie.  Die Forscher identifizierten 245 einzigartige Bakterienstämme in den Plaqueproben. Bei fast einem Drittel der Frauen, die zu Beginn der Studie keinen Bluthochdruck hatten oder nicht wegen Bluthochdruck behandelt wurden, wurde während der Nachbeobachtungszeit, die durchschnittlich 10 Jahre betrug, Bluthochdruck diagnostiziert.

Die Analyse ergab, dass zehn Bakterienarten mit einem um 10 bis 16-prozentig höheren Risiko für die Entwicklung von Bluthochdruck und fünf andere Bakterienarten mit einem um 9 bis 18-prozentig niedrigeren Risiko für Bluthochdruck assoziiert waren.  Diese Ergebnisse blieben auch unter Berücksichtigung von Alter und Lebensumständen konsistent. Die Ergebnisse sind besonders relevant für postmenopausale Frauen, da die Prävalenz von Bluthochdruck laut LaMonte bei älteren Frauen höher ist als bei älteren Männern.

Nicht nur traditionelle Risikofaktoren

„Wir haben zunehmend erkannt, dass die Gesundheit von mehr als nur den traditionellen Risikofaktoren beeinflusst wird. Diese Studie erinnert an die Notwendigkeit, unser Verständnis zusätzlicher Gesundheitsfaktoren zu erweitern, die möglicherweise sogar von unserer Umwelt beeinflusst werden und möglicherweise unsere Biologie auf Endothelebene beeinflussen“, sagt Willie Lawrence, Vorsitzender der National Hypertension Control Initiative der American Heart Association Aufsichtsausschuss. „Umfassende Forschung zu Bluthochdruck muss weiterhin eine Priorität sein, um die Erkrankung besser zu verstehen und anzugehen.“

Laut Forscher reiche der Beobachtungsansatz der Studie nicht aus, um auf Ursache und Wirkung zu schließen. Eine randomisierte Studie könnte die benötigten Daten liefern, um zu sichern, welche Bakterien das Risiko von Bluthochdruck erhöhen und welche nicht.

Quelle: buffalo.edu



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