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Verband medizinischer Fachberufe

Zu viel Delegation an ZFA?

Die Frage nach dem Sinn der Delegation könnte auch die Leistungen aller ZFA infrage stellen.

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Da war die Verwunderung beim Verband medizinischer Fachberufe e.V. (VmF) groß: In einem Interview mit der DZW äußerte sich der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Prof. Dr. Christoph Benz, über die Sinnhaftigkeit der Delegation an ZFA in der Praxis.

Im Interview heißt es: „Wir haben uns leider angewöhnt, gerade den präventiven Bereich wegzudelegieren. Die große Frage ist, ob das in Zukunft noch Sinn macht.” Dazu sagt Hannelore König, Präsidentin des VmF.: „Wenn ich Prof. Benz richtig verstehe, will er den Fachkräftemangel in Deutschlands Zahnarztpraxen dadurch beseitigen, dass er vom Delegationsprinzip abweicht. Statt Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) für die Aufstiegsmöglichkeiten in ihrem Beruf zu begeistern und ihnen als Prophylaxe- und Fachassistentinnen oder Dentalhygienikerinnen eine Perspektive zu bieten, in der sie verantwortungsvoll und eigenständig arbeiten können, denkt er darüber nach, ob es nicht besser sei, ohne Assistenz zu arbeiten.”

Delegation an ZFA ein Auslaufmodell?

Für viele ZFA wäre der Wegfall der Delegation ein Rückschritt. Denn viele haben sich in der Vergangenheit qualifiziert, Geld für Fortbildungen ausgegeben und möchten eine dementsprechend angemesse Vergütung erhalten. König spricht davon, dass bei Fragen zur Sinnhafitgkeit der Delegation gleichzeit auch die Leistungen der mehr als 210.000 ZFA in Deutschlands Zahnarztpraxen im Bereich der Prävention infrage gestellt würden.

Weiter sagt sie, dass die Mundgesundheit in Deutschland durch die zahnmedizinischen Versorgung erfolgeich sei. Und eben dieser Erfolg auch auf dem Einsatz der qualifizierten Fachkräfte in der Prophylaxe basiere. Fortgebildete ZFA, Zahnmedizinischen Prophylaxeassistent*innen (ZMP), Zahnmedizinische Fachassistent*innen (ZMF) und Dentalhygieniker*innen (DH) seien Teil dieses Erfolgs und sicherten ihn.

Dringender Gesprächsbedarf

Der VmF sieht dringenden Gesprächsbedarf zu der Aussage von Prof. Benz. Der Verband sieht diese im Widerspruch zu den grundsätzlichen Bemühungen der Zahnärztekammern. Denn eigentlich soll die Attraktivität des Berufsbilds der ZFA gesteigert werden. Zudem lassen sich die demografischen Herausforderungen in der zahnärztlichen Versorgung, z. B. bei Parodontitis, eher mit einem Mehr an Delegation lösen. Qualifizierte Fachkräfte, wie fortgebildete ZFA, ZMF, ZMP und DH sind stolz auf ihre Verantwortung und Erfolge in der zahnärztlichen Versorgung. Sie wollen aber auch eigenständig arbeiten und nicht nur im Ausnahmefall assistieren und das unter wertschätzenden Arbeitsbedingungen, die auch finanziell attraktiv sind.

Quelle: Vmf



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