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Bio-Prophylaxe: Darauf solltest Du achten

Alles Bio?

Bio-Prophylaxe: Darauf solltest Du achten

Öl ziehen ist einer der Bestandteile vieler Konzepte biologischer Prophylaxe in den Praxen.

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Bio-Prophylaxe ist in aller Munde. Es gibt zunehmend Fortbildungen, es gibt immer mehr Produkte und Nachfrage von Seiten der Patienten. Doch was gehört zum Konzept der Bio-Prophylaxe eigentlich dazu? team sprach dazu mit Expertin Janine Klee. Die Dentalhygienikerin ist zusätzlich diplomierte Aromaexpertin und Mineralstoffberaterin.

Vor acht Jahren hat Klee angefangen sich mit dem Konzept und den Produkten aus dem Bereich Bio-Prophylaxe zu beschäftigen. Mittlerweile hat sie in rund 30 Praxen die Weiterbildung für eine biologische Prophyalxe übernommen. Ab Dezember soll zudem eine komplette Ausbildung im Bereich BIO Prävention und Therapie hinzu kommen (www.aroma-prophylaxe.de)

Bewusstsein für Bio-Prophylaxe steigt

Das Bewusstsein in den Praxen für biologische Prophylaxe sei immer größer, da Patienten Inhaltsstoffe kritisch prüfen und hinterfragen. „Patienten informieren sich stark im Internet, Fernsehen oder Fachzeitschriften, um Ihre Mundflora natürlich zu pflegen und zu reinigen“, sagt Klee. In konventionellen Praxen ist es laut ihrer Erfahrung ca. jeder vierte Patient, der über natürliche Produkte informiert werden möchte. In biologischen Praxen möchte prinzipiell jeder Patient mit natürlichen Produkten in der Homeanwendung beraten werden.

Fakt sei, konventionelle Inhaltsstoffe können die Schleimhautbarrieren schädigen, unbekannte evolutionsbiologische Stoffe werden im besten Fall vom Körper ausgeschieden. Andere lagern sich im Bindegewebe fest, andere dort, wo der Körper geschwächt ist. Unter anderem wurden laut Klee im Krebsgewebe Parabene nachgewiesen.

In der Biologischen Prävention, Therapie und häuslichen Mundpflege kommen verschiedene Produkte zum Einsatz – Lippenpflege, Ölziehkuren, Mundspüllösungen, Zahnfleischbalsame und Polierpasten. Auf konventionelle Inhaltsstoffe wie Konservierungsmittel (Parabene), Emulgatoren (Polyethylenglycol, kurz PEG), Fluorid, starke Tenside (z. B. Sodium Lauryl Sulfate), Mineralöle (z. B. Paraffinum Liquidum), Duft und Farbstoffe wird in der natürlichen Mundpflege verzichtet.

Gestörter Geschmackssinn

Die Expertin erklärt, dass starke, waschaktive Substanzen die Barriere-Funktion der Schleimhaut schwächen können – sie haben ein Sensibilisierungs- oder Allergiepotenzial. Aggressive Sulfate gelten als Reinigungsmittel, Fettlöser und Schaumbildner. Außerdem wirke dieser Inhaltsstoff antibakteriell und antiviral. Es kann zu Reizungen und allergischen Reaktionen in der Mundschleimhaut kommen. Zudem fördern sie die Bildung von Aphten.

Natriumlaurylsulfate sind laut Klee oft eine Ursache dafür, dass nach dem Zähneputzen unser Geschmackssinn gestört ist und etwas Süßes zunächst unangenehm schmeckt. Die Schwefelsalze würden mit dem Proteinbausteinen der Schleimhautzellen reagieren, lassen die Schleimhaut aufquellen, trocken die Mundschleimhaut aus und machen sie stumpf und spröde. Je aggressiver ein Tensid sei, umso stärker schäume es.

PEGs bilden die Konsistenz der Zahnpasta, sie seien dafür bekannt, dass sie die Mundflora und Schleimhautbarrieren schädigen und die Schleimhäute durchlässiger werden, sodass viele Inhaltsstoffe via Schleimhaut ohne Umwege ins Blut gelangen. Aber auch krankmachende Keime und Fremdstoffe, wie zum Beispiel synthetische Aromen, könnten schneller ins Blut gelangen. Das Immunsystem und die Regenerationsprozesse würden durch PEGs massiv gestört.

Risiken hormonell aktiver Substanzen

Parabene werden in Mundpflegeprodukten als Konservierungsstoff zur Haltbarkeit eingesetzt. „Diese Konservierungsmittel töten Pilze und Bakterien ab, um so vor einer Verkeimung zu schützen“, sagt Klee. Da Pflegeprodukte oft aus Wasser bestehen und Keime gerne in diesem gedeihen, ist eine Konservierung notwendig. Weiterhin können Kosmetikprodukte mit Parabenen über Monate bis Jahre haltbar gemacht werden. Sie sind kostengünstig, sehr gut verträglich und weniger allergen als andere Kosmetikprodukte.

Parabene ähneln außerdem strukturell dem weiblichen Östrogen. „Vermutlich wirkt die hormonaktive Substanz nicht nur, solange sie in der Zahnpasta ist, sondern auch, wenn sie über die Mundschleimhaut in den Körper gelangt.“ Dort irritieren Parabene den Hormonhaushalt; insbesondere binden sie sich an die gleichen Rezeptoren und lösen somit die gleichen Mechanismen im Körper aus wie unsere eigenen Hormone, da dieser sie nicht unterscheiden kann. So kann die zusätzliche Zufuhr von Hormonersatzstoffen gefährliche Konsequenzen mit sich bringen, indem körpereigene Hormone verstärkt werden oder die Fremdsubstanz das Gleichgewicht hemmt. Schwangere, Kinder und chronisch Kranke sollten über die Risiken des Einsatzes hormonell aktiver Substanzen aufgeklärt werden, da die Einwirkung hormonaktiver Substanzen das ganze Leben beeinträchtigen kann.

Natürliche Balance fördern

Expertin DH Janine Klee

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Mikroplastikanteile in Zahnpflegeprodukten können sich im Gewebe anreichern. Dadurch trocknen ebenfalls die Schleimhäute aus. Sie stehen derzeit im Verdacht, möglicherweise Krebs zu fördern. Antibakterielle Stoffe (u. a. Chlorhexidin, Cetylpyridinium Chloride, synthetische Aromastoffe) seien auch umstritten, da sie die natürliche Mundflora aus dem Gleichgewicht bringen und die Schleimhäute angreifen können. Klee: „Sie tragen möglicherweise zur Resistenzbildung von Bakterien bei und können Mundschleimhautirritationen und Allergien auslösen.“ Auch seien die Schleimhäute dadurch anfälliger für Reizungen und sie würden teilweise wichtige schleimhautfreundliche Bakterien abtöten.

Ziel der Bio-Prophylaxe sei es laut der Expertin, die Mundschleimhaut in ihren Aufbau-, Umbau- und Abbauprozessen zu fördern. Das Zahnfleisch zu pflegen, schützen und optimal in seinen Regenerationsprozessen zu fördern. Und natürlich die Balance der Mundflora zu fördern.



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