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TI-Konnektoren müssen ausgetauscht werden

Telematikinfrastruktur

TI-Konnektoren müssen ausgetauscht werden

Die Telematikinfrastruktur beschäftigt wieder die Praxen. Die Konnektoren müssen ab dem 3. Quartal 2022 in einigen Praxen ausgetauscht werden.

Copyright © Silvano Rebai/adobe.stock.com

Die Telematikinfrastruktur ist in vielen Praxen kein beliebtes Thema. Aber gerade am Empfang, in der Abrechnung oder im Praxismanagement muss sich damit beschäftigt werden. Jetzt kommt die Digitalisierung in den Praxen erneut ins Straucheln. Grund sind die TI-Konnektoren in den Praxen, die nach fünf Jahren bereits wieder ausgetauscht werden müssen.

Der Grund für den Austausch: 2022 laufen nach fünf Jahren die Schlüssel-Zertifikate der ersten Konnektor-Generation aus. Das betrifft erst einmal nur die erstzugelassenen Konnektoren von Compu Group Medical (CGM). Sie erhalten aus technischen und datenschutzrechtlichen Gründen kein Update, sondern müssen ausgetauscht werden. Ab 2023 folgen dann auch Konnektoren der einzigen beiden weiteren Konnektor-Anbieter RISE und Secunet. Insgesamt sind damit fast 130.000 Konnektoren betroffen, die bis Ende 2024 ausgetauscht werden müssen.

Keine Übergangslösung

Eigentlich hatte die für die Telematikinfrastruktur verantwortliche gematik beabsichtigt, bis 2025 die TI 2.0 in einzuführen. Dann würden die Einrichtungen nicht mehr über einen Hardware-Konnektor als Gerät in der Praxis, sondern über eine moderne Software mit der Telematikinfrastruktur verbunden – wie das in vielen anderen Netzwerken längst üblich ist. Bis dahin sollten die Konnektoren über ein Update und mit verlängerten Zertifikaten als Übergangslösung weiterarbeiten.

Diese Lösung ist aber nicht durchführbar. Aus Sicherheitsgründen seien damals entsprechende Zertifikatspeicher fest verbaut worden. Zum Austausch der Konnektoren gibt es demnach keine „realistische Alternative“.

Statement der KZBV zu TI-Konnektoren

In einem Statement der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) zum Konnektorentausch heißt es dazu: „Den Konnektorentausch hat die Geschäftsführung der gematik ihrer Gesellschafterversammlung als einzig verlässlich umsetzbare Lösung zur Beschlussfassung empfohlen. Ohne den Tausch würde die gesetzliche Krankenversicherung mit 70 Mio. Versicherten Gefahr gelaufen, dass Praxen in größerer Zahl ihre Versorgungsaufgaben wegen auslaufender Sicherheitszertifikate für die Konnektoren nicht mehr wahrnehmen könnten. So wäre bereits das Versichertenstammdatenmanagement als Grundlage für die Abrechnung erbrachter Leistungen nicht mehr durchführbar gewesen. Nach jetzigem Stand startet das die Konnektoren ablösende Konzept der gematik in Form der TI 2.0 frühestens in einigen Jahren. Die theoretische Alternative zum Tausch in Form einer Verlängerung der Konnektorzertifikate durch ein Software-Update wäre nur für zwei Jahre möglich gewesen – bis dahin ist die TI 2.0 nicht startbereit. Der Austausch wäre also nur verschoben worden. Kein Hersteller hat die entsprechenden Software-Updates implementiert, getestet und der gematik zur Zulassung vorgelegt. So blieb als einzige verantwortungsvolle Möglichkeit der Tausch der Konnektoren übrig.“

Die gute Nachricht: Die Zahnarztpraxen bleiben nicht auf den Kosten für den „Elektroschrott“ sitzen. Die entstehenden Kosten des Gerätetauschs werden durch den GKV-Spitzenverband (GKV-SV) finanziert. Dies war eine Bedingung für die Zustimmung der KZBV zu dem Vorgehen. Außerdem verhandelt die KZBV mit dem GKV-SV derzeit, dass alle Kosten inklusive der anfallenden Aufwände für IT-Dienstleister den Praxen erstattet werden.

Startschuss 3. Quartal 2022

Für die ersten Zahnarztpraxen beginnt der Konnektorentausch bereits im 3. Quartal 2022. Weitere Infos dazu findet Ihr online unter www.kzbv.de.



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