Anzeige
Anzeige
Interview mit Dr. Martin Quasdorff

Der Weg zu neuen Formulierungen

Bei Dr. Liebe wurde die Formulierung der Produkte aminomed und Pearls & Dents verändert.

Copyright © Dr. Liebe

Dr. Liebe hat die Inhaltsstoffe einiger seiner Produkte in den vergangenen Monaten überarbeitet und verzichtet mittlerweile komplett auf Titandioxid. Was das für die Wirkung von Zahnpasten wie Aminomed oder Pearls & Dents bedeutet und wie der Weg zur neuen Formulierung aussah, erzählt euch Dr. Liebe-Geschäftsführer Dr. Martin Quasdorff im Interview mit uns.

Sowohl bei der Aminomed als auch bei Pearls & Dents verzichtet Dr. Liebe in der neuen Formulierung auf Titandioxid. Wie kam es zu dieser Entscheidung, und was bedeutet dies für die beiden Zahncremes?

Dr. Martin Quasdorff: Titandioxid ist als Weißmacher bekannt und macht auch Zahncremes rein weiß. Den Einsatz im Lebensmittelbereich hat die Europäische Kommission ab August 2022 verboten, die Pharmaindustrie hat drei Jahre Zeit, den Hilfsstoff zu ersetzen. Dr. Liebe steht seit jeher für natürlich medizinisch wirksame Zahncremes, die so weit wie möglich auf rein natürliche Inhaltsstoffe setzen. So ist unser Klassiker Ajona seit jeher frei von Titandioxid.

Die Entscheidung, auf Titandioxid zu verzichten, haben wir bereits vor rund drei Jahren gefällt. Zwischen Entscheidung und Markteintritt der von Titandioxid freien Aminomed im April 2021 vergingen rund zwei Jahre der Entwicklung. Der Verzicht bedeutet, dass in der neuen Formulierung nun natürliche Inhaltsstoffe wie Kamillenblütenextrakt oder ätherische Öle in einer natürlichen Zahncremefärbung sichtbar werden.

Beide Produkte besitzen ein Doppel-Fluorid-System. Was bedeutet dies, und wie erfolgreich ist dieses System in der Prophylaxe?

Quasdorff: Das spezielle Doppel-Fluorid-System besteht aus Aminfluorid (800 ppm F) und Natriumfluorid (650 ppm F). Es härtet den Zahnschmelz und beugt Karies vor. Aminfluorid reduziert nachweislich das Schmerzempfinden. Bei zwei Mal täglicher Anwendung versiegelt es die offenen Dentintubuli. Ein weiterer Pluspunkt ist die besonders hohe Bioverfügbarkeit.

Warum empfehlen Sie Aminomed und Pearls & Dents Patienten mit schmerzempfindlichen Zähnen?

Quasdorff: Bei zwei Mal täglicher Anwendung versiegelt das enthaltene Aminfluorid die offenen Dentintubuli und mindert Schmerzen für Verwender damit deutlich. Für Aminomed wurde die Reduktion in einer Anwendungsstudie explizit gemessen: Schon nach sieben Tagen Anwendung ist das Schmerzempfinden von Zähnen und freiliegenden Zahnhälsen um 54,1 Prozent reduziert.

Beide Zahncremes reinigen nachweislich sehr effektiv und sind gleichzeitig sehr sanft. Der RDA-Wert, der Auskunft über den Abrieb der Zahnsubstanz gibt, liegt bei der neu formulierten Aminomed bei sehr sanften 31, bei der neu formulierten Pearls & Dents sogar bei ultrasanften 28.

Aufgrund der besonderen Kombination aus sehr effektiver und gleichzeitig sehr sanfter Reinigung sind beide Zahncremes für Patientinnen und Patienten mit schmerzempfindlichen Zähnen zur mehrfach täglichen Zahnreinigung bestens geeignet.

Bei Pearls & Dents verzichten Sie seit 2014 auf Mikroplastik, sie enthält ein Natur-Perl-System. Wie funktioniert dieses?

Quasdorff: Das Wirkprinzip hat Hersteller Dr. Liebe von einem Juweliertrick adaptiert: Der Juwelier rollt ein Schmuckstück in einer Polliertrommel sauber, ohne dabei kostbares Material abzureiben. Dafür versetzt er die Trommel in Rotation. Die in ihr enthaltenen Reinigungsperlen rollen die Oberfläche des Schmuckstücks durch die Rotationsbewegung sehr schonend sauber. So funktioniert auch Pearls & Dents. Bei ihr sorgt die Zahnbürste für die nötige Rotation, damit die Naturperlen auch in die engsten Zwischenräume gelangen.

Die Naturperlen, die wir einsetzen, gehören zur Klasse der „grünen Polymere“. Sie sind rein natürlich, zu 100 Prozent biologisch abbaubar und vollständig aus nachwachsenden Quellen hergestellt. Sie sind weicher als der Zahnschmelz, sodass sie diesen oder das Dentin auch bei freiliegenden Zahnhälsen nicht schädigen. Daher ist Pearls & Dents, mit einem RDA-Wert von ultrasanften 28, sogar für die drei Mal tägliche Zahnreinigung bestens geeignet.

Warum wird Pearls & Dents gerade Spangenträgern empfohlen?

Quasdorff: Die Idee für die erste medizinische Zahnpflege mit patentiertem Perlsystem stammt aus der Kieferorthopädie: 1997 entwickelte Prof. Dr. F. G. Sander die Spezial-Zahncreme für Träger fester Zahnspangen. Aus dieser Ursprungsidee, schwer zugängliche Stellen effektiv und schonend zu reinigen, entwickelte Dr. Liebe in Zusammenarbeit mit weiteren namhaften Kieferorthopäden und Zahnärzten Pearls & Dents. Sie entfernt Beläge auch an den Bracketrändern und unter den Metallbögen zuverlässig. Nur so kann auch an diesen Stellen, die sehr schwierig zu reinigen sind, Karies infolge von Belägen vermieden werden.

Wie konnten klinische Studien den Erfolg von Aminomed bei Patienten mit parodontalen Erkrankungen belegen?

Aminomed

Dr. Martin Quasdorff

Copyright © Dr. Liebe

Quasdorff: In der klinischen Anwendungsstudie wurde unter anderem gemessen, dass sich durch die Anwendung unter anderem der Gingivaindex um signifikante 68,5 Prozent reduziert. Je geringer ausgeprägt die Zahnfleischtaschen sind, desto weniger haben parodontopathogene Keime den Raum und die Bedingungen zu siedeln. Damit leistet die medizinische Kamillenblüten-Zahncreme einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Entzündungen und Parodontitis gar nicht erst entstehen können.

Aminomed enthält natürliche Wirkstoffe wie Provitamin B5 (Panthenol) sowie ɑ-Bisabolol und weitere Extrakte der Kamillenblüte und ätherische Öle. Diese Kombination kann helfen, die Durchblutung auf natürliche Weise zu erhöhen, was in der Regel zu einem Rückgang der Entzündungen im gingivalen und parodontalen Gewebe führt. Das Zahnfleischbluten kann deutlich reduziert werden, der Mundraum fühlt sich frischer an. Das besondere Doppel-Fluorid-System wirkt desensibilisierend. Es fördert zusammen mit dem Natriumfluorid die Ausbildung einer Calciumfluorid-Schutzschicht am Zahnschmelz, am freien Dentin und am Wurzelelement. Die Strukturen werden so besser gehärtet als durch die natürliche Remineralisierung. Der Säureangriff wird reduziert, die Zähne sind vor erneuter Demineralisation effektiv geschützt.



Ähnliche Artikel

KZBV drängt Lauterbach mit offenem Brief zum Handeln
Zeit für Patienten läuft ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ich stimme den Allgemeinen Nutzungsbedingungen sowie Datenschutzbestimmungen zu, die ich hier eingesehen habe. *