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CP GABA Symposium 2019

Risikofaktoren: Zucker und KFO

Rund 190 Teilnehmer kamen zum CP GABA Symposium 2019 nach Köln

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Den aktuellen Stand in den Themenbereichen Parodontitis, Karies und Rezession lieferte das diesjährige CP GABA Symposium in Köln. Die hochkarätigen Referenten stellten den rund 190 Teilnehmern, bestehend aus Praxisteams und Zahnärzten, nicht nur Behandlungsansätze vor. In den Workshops gab es auch praktische Tipps für die Patientenkommunikation – sowohl bei Angstpatienten als auch für die Verhaltensänderung beim Patienten.

Warum scheinen diese Aspekte eine immer größere Rolle im Praxisalltag zu spielen? Verhaltensänderung, Motivation des Patienten, Änderungs des Lifestyles – insbesondere der Nahrungsgewohnheiten. Eine Antwort darauf ist der vielleicht größte Risikofaktor, der gleich in mehreren Vorträgen des CP GABA Symposiums angesprochen wurde: fermentierter Zucker.

Prof. Dr. Dr. Søren Jepsen beispielsweise zeigte in seinem Vortrag die Gemeinsamkeiten von Parodontitis und Karies. Dazu gehört etwa, dass beides Biofilm indizierte Krankheiten sind und keine klassischen Infektionskrankheiten. Es gibt durchaus Gemeinsamkeiten beim Biofilm, auch wenn es eine unterschiedliche Entwicklung der jeweiligen Krankheit durch diesen gibt. Gemeinsam ist aber sowohl bei Parodontitis als auch bei Karies, dass der größte Risikofaktor Zucker ist.

KFO verursacht White-Spot-Läsionen

Ebenfalls ein Faktor ist kariogene (und damit zuckerhaltige) Kost bei initialen kariösen Läsionen, wie Prof. Dr. Anahita Jablonski-Momeni in ihrem Vortrag ausführte. Für die Prävention von White-Spot-Läsionen spielt aber noch ein anderer Faktor eine Rolle: die KFO-Behandlung. Gerade an Brackets entsteht eine schnelle Zunahme von Plaque und die meist jugendlichen Patienten kombinieren dies mit mangelnden Mundhygienemaßnahmen.

Jablonski-Momeni empfiehlt deshalb nicht nur, auf die Ernährung bei diesen Patienten zu achten. Wichtig ist auch, eine weiche Zahnbürste zu verwenden, die unter die Brackets kommt sowie approximal mit Zahnzwischenraumbürstchen zu arbeiten. Bei Retainern empfiehlt sie spezielle Zahnbürsten und Dental SticksAb dem 16. Lebensjahr sollte eine Zahnpaste mit 5.000 ppm Fluorid bei erhöhtem Kariesrisiko für die Prävention von White-Spot-Läsionen empfohlen werden.

Kieferorthopäden die besten Überweiser

Auch gingivale Rezessionen wurden während des Symposiums behandelt. Assoz.-Prof. PD Dr. Ines Kapferer-Seebacher zeigte die hohe Prävalenz dieser meist entzündungsfreien Rezessionen, die vor allem durch offenliegende Zahnhälse erkennbar sind. Gingivale Rezessionen seien ein multifaktorielles Problem. „Sie entstehen nicht nur durch dramatisches Zähne putzen“, sagt Kapferer-Seebacher.

Gingivale Rezessionen können ebenfalls oft nach der KFO-Therapie entstehen. „Kieferorthopäden sind meine besten Überweiser“, verrät die Referentin. Auslösende Faktoren sind also Zahnputztrauma, orale Piercings, Entzündungen, okklusale Trauma oder KFO-Behandlungen. Studien haben gezeigt, dass elektrische Zahnbürsten keine negativen Auswirkungen auf Rezessionen haben. Im Gegenteil.

Abrasionsprophylaxe geht nicht in einer Sitzung

Kapferer-Seebacher sieht einen Ansatz in der Abrasionsprophylaxe. Hier müssten die Patienten überzeugt werden, dass sie auch mit sanfterer Putztechnik gute Ergebnisse erreichen. Das gehe aber nicht in nur einer Sitzung, dafür bräuchte man Zeit.

Eine chirurgische Deckung der gingivalen Rezession sei nur ein Thema, wenn es den Patienten ästhetisch sehr störe. Dabei spielt auch das Alter der Patienten eine Rolle. Bei sehr jungen Patienten decke man eher mal chirurgisch ab, insbesondere wenn die Rezession voranschreitet, so Kapferer-Seebacher.

Vorträge und Interviews kostenlos auf dentalonlinecollege.com

Weitere Themen, wie etwas die Auswirkungen systemischer Erkrankungen auf das Parodont, Angstpatienten oder die Rolle der Zahnpasta im häuslichen Biofilmmanagement wurden in Workshops vermittelt.

Interviews mit den Referenten der Workshops sowie alle Vorträge vom ersten Tag des CP GABA Symposiums könnt Ihr ab sofort hier auf den Seiten des Online-Fortbildungsportals DentalOnlineCollege kostenlos abrufen. Es lohnt sich!



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