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Prophylaxe bei Kindern und Jugendlichen

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Welche Stolpersteine gibt es?

Prophylaxe bei Kindern und Jugendlichen

Prophylaxe – in jeder Altersgruppe gibt es Anderes zu bedenken.

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Eine umfassende Prophylaxe bei Kindern und Jugendlichen sorgt für gesunde Zähne möglichst bis ins hohe Erwachsenenalter. Für das Prophylaxe-Team gibt es je nach Alter des Kindes verschiedene Aspekte bei der Beratung und den praktischen Maßnahmen zu beachten.

Prophylaxe bei Kleinkindern

Dr. Elfi Laurisch

Dr. Elfi Laurisch

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“Wenn wir keine Prophylaxe von der Stange machen, sondern Individualprophylaxe, muss der Patient eingebunden werden”, sagt Dr. Elfi Laurisch auf dem Zahnärztetag in Frankfurt. Bei den kleinsten Patienten, den 0- bis 2-Jährigen, ist der Hauptansprechpartner das begleitende Elternteil. Hier geht es darum, über Early Childhood Caries aufzuklären. Weiß die Mutter, dass Dauernuckeln an der Flasche schädlich für die Zähne ist? Das gilt auch für die beliebten Fruchtpürees aus der Trinkpackung, die ein hohes kariogenes und durch die enthaltene Säure auch ein hohes erosives Potenzial haben. “Bei fünf oder mehr Zuckerimpulsen zwischen den Hauptmahlzeiten steigt das Kariesrisiko signifikant an”, sagt  Dr. Elfi Laurisch. Sie rät, Kinder möglichst spät an Süßes zu gewöhnen und frühzeitig das Trinken aus der Tasse zu üben.

Auch über Fluorid muss aufgeklärt werden. Oftmals werden Fluoridtabletten vom Kinderarzt verschrieben. Werden dann die ersten Zähnchen noch mit Fluoridzahnpasta geputzt, ist die Gesamtfluoridmenge zu groß Fluoroseflecken auf den Frontzahnkronen können die Folge sein.

Prophylaxe bei Kindergartenkindern

Bei den 3- bis 6-Jährigen ist oft das Hauptproblem, dass die Eltern die Kinderzähne nicht ausreichend putzen. Das manuelle Geschick eines 3- bis 4,5-Jährigen reicht gerade, um die Kauflächen in der Horizontaltechnik zu “schrubben”. Außen- und Innenflächen zu reinigen oder die Rot-Weiß-Technik beherrschen erst Vorschulkinder. Und selbst bei ihnen sollten die Eltern gründlich nachputzen. Häufige Probleme in dieser Altersgruppe sind Approximalkaries bei den Milchmolaren und Fissurenkaries beim durchbrechenden 6-Jahr-Molar. Hier sollte eine Ernährungsanamnese durchgeführt werden. Aber statt zu fragen: “Wie viel Süßes isst Ihr Kind am Tag?”, lautet die Frage besser “Was frühstückt Ihr Kind?”. Die Menge an Süßigkeiten wird oft niedriger angegeben, als sie tatsächlich ist, beobachtet Dr. Elfi Laurisch.

Süßigkeiten sind Teil der regulären Ernährung geworden. Sichtbare Plaque an den Frontzähnen oder eine anfängliche Demineralisation weisen auf eine erhöhte Kariesgefährdung hin. Ein Präventionsziel ist die altersgemäße Beratung: Im Gespräch mit den Eltern werden also verstärkt die Kinder einbezogen. Bei der Prophylaxe sollte großer Wert auf die Kariesfreiheit der Kauflächen (insbesondere beim 6-Jahr-Molar) und der Approximalflächen (besonders Milchzahn 4 und 5) gelegt werden.

Prophylaxe bei Schulkindern

In den Zeitraum zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr fallen die beiden Wechselgebissphasen. Bei den 6- bis 12-Jährigen stehen Fastfood, süße Getränke und Süßigkeiten oft hoch im Kurs. Jetzt geht es darum, bei den Kindern ein Verantwortungsgefühl für die eigene Mundhygiene zu wecken. Dazu gehört auch der Einsatz von Zahnseide. Neben Sanieren und der Aufklärung über eine gute Mundhygiene ist auch wenn nicht schon in früheren Jahren geschehen die Fissurenversiegelung beim durchbrechenden 6-Jahr-Molar und bei den Prämolaren zu beachten. Eine Intensivtherapie zur Keimzahlreduktion kann ebenso notwendig sein wie regelmäßige professionelle Zahnreinigungsmaßnahmen. Ein Problem bei Schulkindern in diesem Alter kann außerdem ein frühzeitiger Milchmolarenverlust im Bereich der Stützzone sein, was die Gebissentwicklung stört.

Prophylaxe bei Jugendlichen

Jugendlicher Karies Zucker gesund Ernährung

Obst oder Schokolade?

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Bei den 12- bis 18-Jährigen ist der Zahnwechsel abgeschlossen und es besteht ein vollständiger Zahnkontakt im Approximalbereich. Eventuell steht in diesem Zeitraum die kieferorthopädische Behandlung an. Dadurch entsteht häufig ein Missverständnis: Der regelmäßige Besuch beim Kieferorthopäden ersetzt nicht den regulären Zahnarztbesuch! Kariogene Getränke, Süßes und Fastfood sind weiterhin beliebt. Umso wichtiger ist die gute Mundhygiene, für die die Jugendlichen selbst verantwortlich sind.

“Bei Jugendlichen sollten die Eltern nicht mehr im Behandlungszimmer sein und wir sollten nicht die Verbündeten der Eltern sein”, rät Dr. Elfi Laurisch. Häufig mangelt es in dieser Alterspanne auch an der Compliance der Patienten und Recall-Termine werden nicht wahrgenommen. Als beratende Maßnahmen kann ein Speicheltest als Motivationshilfe eingesetzt werden. Teenager sind alt genug, um den kausalen Zusammenhang zwischen Zucker und Kariesentstehung zu verstehen und ihre Ernährungs- und Mundhygienegewohnheiten zu verändern. Aber Laurisch weiß auch: “Das Wissen allein, dass etwas nicht gesund ist, schützt nicht. Die Präferenz für Süßes ist in unserem Hirnstamm verankert.” Das Prophylaxe-Team sollte im Gespräch verstärkt auf Zuckeraustauschstoffe wie Xylit hinweisen. Die Zähne werden am besten regelmäßig professionell gereinigt, bei kariesgefährdeten Patienten sind alle 1-2 Jahre Bissflügelaufnahmen sinnvoll. Ganz wichtig ist auch bei Jugendlichen die Versiegelung kariesgefährdeter Molaren.


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